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DIE AURIGIDEN |
EINFÜHRUNG
Die Aurigiden sind ein Meteorschauer, der normalerweise kaum in Erscheinung tritt. Es handelt sich dabei um Staubteilchen, die der langperiodische Komet Kiess (C/1911 N1) bereits vor Jahrtausenden in den Weltraum abgegeben hat. Der Radiant liegt im Sternbild Fuhrmann (Auriga) nahe des bekannten Sterns Kapella. |
GESCHICHTE DER AURIGIDENIn der Nacht vom 31.08. auf den 01.09.1935 beobachteten Astronomen, darunter Cuno Hoffmeister, in Sonneberg/Thüringen einen bis dato unbekannten Meteorschauer, der immerhin eine ZHR von 30 erreichte. Der Radiant lag im Sternbild Fuhrmann (Auriga) unweit des hellen Sterns Kapella (Alpha Aurigae), daher die Bezeichnung Aurigiden. Als Ursprungskomet identifizierte man C/1911 N1 (Kiess), einen langperiodischen Kometen mit einer Umlaufszeit von etwa 2000 Jahren. Überraschend war, dass die verstärkte Meteoraktivität erst 24 Jahre nach der Sonnennähe des Kometen eintrat. Zwar stellte Hoffmeister fest, dass er selbst vereinzelte Sternschnuppen dieses Schauers bereits 1911, 1929 und 1930 beobachtet hatte, doch von einem permanenten, jährlich wiederkehrenden Schauer konnte nicht die Rede sein. Offenbar war die Erde 1935 zufällig auf eine Staubwolke in der Bahn des Kometen getroffen. Dass die Aurigiden in den folgenden Jahrzehnten nicht mehr in Erscheinung traten, bestätigte Hoffmeisters Theorie. Erst 1979 und 1980 wurde der Meteorschauer wieder beobachtet, wobei die ZHR beide Male bei etwa 9 lag. Am 01.09.1986 kam es dann zu einem Ausbruch, der demjenigen von 1935 vergleichbar war, wobei es sich im Schnitt um recht helle Sternschnuppen handelte. Das Geschehen wiederholte sich noch einmal am 01.09.1994. Die Vorhersage von Meteorschauern, die durch langperiodische Kometen verursacht werden, steckt immer noch im Anfangsstadium. Dennoch wagte Peter Jenniskens auf Grundlage mathematischer Modelle die Prognose, dass es am 01.09.2007 zu einem erneuten Ausbruch der Aurigiden kommen würde, wobei die ZHR deutlich höher liegen sollte als 1925, 1986 und 1994. Man durfte in diese Vorhersage durchaus einiges Vertrauen setzen, denn der gleiche Autor hatte bereits erfolgreich den Ausbruch der Alpha Monocerotiden im Jahr 1995 vorhergesagt, die ebenfalls Produkte eines langperiodischen Kometen sind. (Quellen: siehe Links) |
DIE AURIGIDEN 2007Gemäß der Prognose von Peter Jenniskens sollte das Maximum der Aurigiden mit einer ZHR von bis zu 600 am 01.09.2007 gegen 11.30 UT (= 13.30 MESZ) eintreten. Die Gesamtdauer des Ausbruchs wurde auf etwa 2 Stunden geschätzt. Damit war klar, dass wir davon in Mitteleuropa nichts mitbekommen würden. Als auch von den klimatischen Daten her günstiger Beobachtungsort kam Kalifornien in Frage. Wer schon einige Tage vorher dorthin reiste, konnte auch noch die Totale Mondfinsternis am 28.08.2007 beobachten, die uns in Mitteleuropa ebenfalls entging. |