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Sound: "Die Geminiden", © Leoniden.info 2005


DIE GEMINIDEN

EINFÜHRUNG
GESCHICHTE DER GEMINIDEN
DIE GEMINIDEN 2008
LINKS ZU DEN GEMINIDEN


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EINFÜHRUNG

Unter den jährlichen Meteorschauern nehmen die Geminiden, deren Radiant im Sternbild Zwillinge nahe bei den hellen Sternen Castor und Pollux liegt, in mehrfacher Hinsicht eine Ausnahmestellung ein. Der Anstieg zum Maximum erfolgt recht langsam über mehrere Tage hinweg, der Abfall dann aber ziemlich rasch. Da der Radiant Mitte Dezember der Sonne am Himmel gegenübersteht, ist er während der gesamten Nacht über dem Horizont zu finden. Die Höchststellung wird kurz nach Mitternacht erreicht. Deshalb lassen sich die Geminiden im Gegensatz zu anderen Meteoren sehr gut in den Abendstunden beobachten. Die Geminiden sind besonders eindrucksvoll, weil Sie viele helle, typischerweise gelb-weiss leuchtende Meteore hervorbringen. Die hellsten Meteore erscheinen erst nach dem Maximum, während davor die schwächeren Objekte dominieren. Innerhalb der Staubwolke ist demnach eine Sortierung der Partikelgrößen erfolgt (was auch bei anderen Meteorströmen beobachtet wird).

Als Verursacher der Geminiden gilt ein als Asteroid klassifizierter Himmelskörper namens Phaeton. Seine Bahn um die Sonne ähnelt stark der eines Kometen, einmal abgesehen von der kurzen Umlaufszeit von lediglich 1,4 Jahren. Es wurde verschiedentlich vermutet, dass Phaeton ein "erloschener" Komet ist, der seine flüchtigen Bestandteile (Gas und Staub) bereits vollständig verloren hat.


GESCHICHTE DER GEMINIDEN

Die Entdeckung der Geminiden datiert auf das Jahr 1862; davor scheinen sie keine nennenswerte Aktivität entfaltet zu haben. In der 70er Jahren des 19. Jh. konnte man dann sicher sein, dass es sich bei den Geminiden um einen offenbar neuen, jährlich wiederkehrenden Meteorschauer handelt. 1877 wurde die ZHR mit 14 angegeben, Anfang des 20. Jh. stellte man typischerweise Werte etwas über 20 fest, 30 Jahre später lag die ZHR bereits um die 50, in den 70er-Jahren des 20. Jh. dann bei knapp 80; die aktuellen Angaben liegen bei über 100 (2007: ca. 140); damit sind die Geminiden der ergiebigste jährlich auftretende Meteorstrom. Die Ursache für diese Zunahme fand man im Orbit der Geminiden-Meteore, dessen Schnittpunkt (Knoten) mit der Erdbahnebene sich durch die Schwerkraftwirkung von Jupiter und Erde verschiebt. Um das Jahr 1700 lag er noch rund 20 Millionen Kilomer innerhalb des Erdorbits, um 1900 aber nur noch knapp 3 Millionen Kilometer, im Jahr 2100 wird es sich bereits 16 Millionen Kilometer außerhalb der Erdbahn befinden. Damit ist klar, dass dieser Meteorschauer für uns erdgebundene Beobachter zum einen nur eine sehr vorübergehende Erscheinung ist und dass wir zum anderen gerade seine "goldenen Jahre" erleben.

Rätsel gab lange Zeit die Umlaufsperiode des Geminiden-Stroms um die Sonne auf, denn sie beträgt nur 1.65 Jahre. Einen Komet mit solch kurzer Umlaufsperiode konnte man sich nicht vorstellen, weshalb recht exotische Hypothesen zum Ursprung der Geminiden aufgestellt wurden. Erst im Jahr 1983 entdeckte man den Asteroiden 3200 Phaeton, der fast die gleiche Bahn um die Sonne zieht wie die Geminiden. Deren Herkunft war damit zwar ziemlich zweifelsfrei geklärt, doch stand man nun vor dem Problem, wie ein Asteroid einen Meteorstrom hervorbringen kann. Heute wird daher vielfach die Auffassung vertreten, dass Phaeton ein "erloschener" Komet ist, der alle seine flüchtigen Bestandteile verloren hat. Die vorher scheinbar so klare Abgrenzung zwischen Kometen und Asteroiden ist damit freilich recht unscharf geworden.

(Quelle: Gary W. Kronk)


DIE GEMINIDEN 2009

Das Maximum der Geminiden wird 2009 am frühen Morgen des 14. Dezember gegen 6 Uhr MEZ erwartet. Da zwei Tage später Neumond ist, herrschen für Beobachter in Mitteleuropa fast optimale Gegebenheiten. Lediglich der zum Zeitpunkt des Maximums bereits niedrige Stand des Radianten über dem Horizont bedeutet einen geringfügigen Nachteil. Da jedoch bereits in den Stunden vor dem ohnehin recht breiten Maximum zahlreiche Sternschnuppen auftreten werden, erwartet uns eine lohnende Geminidennacht. Wer nicht "durchmachen" kann, sollte sich den Wecker auf 5 oder 6 Uhr stellen und die letzte Stunde vor Beginn der Morgendämmerung zur Beobachtung nutzen.


LINKS ZU DEN GEMINIDEN

2008

IMO: Geminids 2008 - visual data quicklook

Spaceweather.com: 2008 Geminid Meteor Gallery

Astro Corner: Geminiden - Auffälliger Sternschnuppenschauer im Dezember

Space.com: Moon Muscles in on December Geminids

Gary W. Kronk: Meteor Showers Online - Geminids

Astroverein Halle: Die Geminiden

Astroverein Halle: Die Geminiden

Astronomie.de: Die Geminiden - rätselhaft und eindrucksvoll

Astroverein Halle: Die Geminiden

Wikipedia: Geminiden

Wikipedia: Phaeton

Christine Kronberg: Gemini


2007

IMO: Geminids 2007 - first results

Spaceweather.com: 2007 Geminid Meteor Shower photo gallery

Chris L Peterson: 2007 Geminid Shower

Erno Berko: Geminids in 2007


American Meteor Society: Viewing the 2007 Geminid Meteor Shower

Astronomy.com: The Geminid meteor shower

Science@NASA: Asteroid Shower

Sky & Telescope: The Geminids Are Coming

Space.com: See Tonight's 'Great' Meteor Shower

Space.com: Best Meteor Shower of 2007 Peaks Dec. 13


2006

IMO: Geminids 2006 - first results

SkyTonight.com: Meteors and Curtains of Light, Oh My!

Spaceweather.com: 2006 Geminid Meteor Shower photo gallery

Thorsten Böckel: Polarlicht bei Maisach am 15.12.2006 (mit Geminiden-Meteor)

AKM Meteorforum: Geminiden 14.-15.12.06

AKM Meteorforum: Geminiden 13./14.12.2006


2004

DMS: Geminids 2004 - a great display!

IMO Shower Circular: Geminids 2004, visual

Astronews.com: Mysteriöses Feuerwerk im Dezember

Astrowetter.com: Die Geminiden 2004

Science@NASA: The Geminid Meteor Shower

Sky & Telescope: The Geminids, an Exception to the Rule

spaceweather.com: The 2004 Geminid Meteor Gallery


2002

Uwe Müller: Geminiden 2002


2001

Uwe Müller: Geminiden 2001


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