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DIE URSIDEN
EINFÜHRUNG
GESCHICHTE DER URSIDEN
DIE URSIDEN 2008
LINKS ZU DEN URSIDEN

EINFÜHRUNG
Alljährlich erhalten wir einen himmlischen Weihnachtsgruß, den uns der Komet 8P/Tuttle schickt, nämlich in Form des Meteorschauers der Ursiden. Dieser Meteorstrom, dessen Radiant im Sternbild Kleiner Bär (Ursa minor) liegt, ist allerdings wenig bekannt. Das hängt sicherlich mit der im Dezember meist unerquicklichen Witterung zusammen; die vorweihnachtliche Hektik, die vielfach nicht Zeit für ausgiebige Himmelsbeobachtungen lässt, mag auch eine Rolle spielen. Hinzu kommt, dass die ZHR der Ursiden meist nur etwa 10 erreicht, wobei das Maximum sehr spitz (= kurz) ist und viele leuchtschwache Sternschnuppen vertreten sind. Helles Mondlicht ist daher der natürliche Feind einer erfolgreichen Ursiden-Beobachtung. Ein weiterer Nachteil dieses Meteorschauers ist, dass der Radiant erst in den frühen Morgenstunden größere Höhen über dem Horizont erreicht. Insgesamt stellen sich also die gleichen Probleme, wie bei den 14 Tage später auftretenden Quadrantiden, mit dem Unterschied, dass die Fallraten der Ursiden 10mal geringer sind. Eine erfolgreiche Beobachtung dieses Schauers ist folglich durchaus ein "Once-in-a-lifetime"-Erlebnis.
Trotzdem verdienen die Ursiden durchaus mehr Aufmerksamkeit als ihnen gemeinhin gewidmet wird, denn dieser Meteorstrom neigt zu gelegentliche Ausbrüchen, mit ZHR bis zu 100. Das entspricht dann in etwa den normalen Fallraten der Quadrantiden.
GESCHICHTE DER URSIDEN
Die Ursiden wurden um 1900 von William F. Denning entdeckt, erfuhren aber lange Zeit wenig Beachtung. Am 22.12.1945 beobachteten tschechische Astronomen durch Zufall einen kräftigen Ausbruch des Meteorschauers, wobei eine ZHR von über 100 erreicht wurde. In den folgenden Jahren wurden die Ursiden systematisch untersucht, die beobachteten Meteorzahlen waren aber verglichen mit 1945 stets sehr gering. Deshalb ließ das Interesse an diesem Meteorschauer bald wieder nach. Erst Anfang der 70er-Jahre erfolgten weitere Untersuchungen durch britische Amateurastronomen, wobei sehr geringen ZHR festgestellt wurden. Durch Radiobeobachtungen wurde jedoch in den Tagesstunden des 22.12.1973 ein kurzer Ausbruch mit einer ZHR von etwa 30 nachgewiesen. Vergleichbar stark traten die Ursiden am 22.12.1979 in Erscheinung, diesmal waren es norwegische Beobachter, die die Meteore am Nachthimmel sichten konnten.
In mehreren europäischen Ländern wurde ein deutlich stärkerer Ausbruch der Ursiden, mit ZHR bis zu 100, am 22.12.1986 beobachtet.
Seit langem war bekannt, dass es sich bei 8P/Tuttle um den Ursprungskometen der Ursiden handelt. Die Umlaufszeit dieses Schweifsterns beträgt 13.5 Jahre. Interessanterweise fielen die beobachteten Ausbrüche der Ursiden in den Jahren 1945, 1973 und 1986 nicht etwa mit der Sonnennähe, sondern mit der Sonnenferne des Kometen zusammen. Peter Jenniskens & Esko Lyytinen entwickelten ein Modell, das dieses ungewöhnliche Phänomen befriedigend erklärte (PDF zum Download). Im gleichen Artikel wurde für den 22.12.2000 - wieder war der Komet in Sonnenferne - ein erneuter Ausbruch der Ursiden vorhergesagt. Zahlreiche Beobachter legten sich auf die Lauer, doch die Ergebnisse waren wiedersprüchlich. Vor allem Videoaufnahmen und Radioechos deuteten auf verstärkte Aktivität hin, doch es blieben Zweifel an der dabei angewandten Methodik. Hinzu kam, dass visuelle Beobachter nur die üblichen geringen Ursiden-Raten registrierten. So bleibt es dabei, dass über diesen Meteorstrom noch nicht allzu viel bekannt ist.
(Quellen: siehe Links)
DIE URSIDEN 2009
Nach den Berechnungen der IMO tritt das Maximum der Ursiden im Jahr 2009 am 22. Dezember gegen 14:30 MEZ ein. Wenn es gut 3 Stunden später in Mitteleuropa ausreichend dunkel geworden ist, wird man wahrscheinlich nur noch geringe Aktivität beobachten können.
LINKS ZU DEN URSIDEN
IMO: Ursids 2008 - visual data quicklook
IMO: Ursids 2007 - visual data quicklook
Ames Research Center: Ursids MAC 2007
American Meteor Society: Viewing the 2006 Ursid Meteor Shower
Astro Corner: Ursiden
Gary W. Kronk: The Ursids
Wikipedia: Ursiden
Space.com: North Pole Meteor Shower
Peter Jenniskens & Esko Lyytinen: Possible Ursid outburst on December 22, 2000 (PDF, 89 kb)
Peter Jenniskens u.a.: Dust Trails of 8P/Tuttle and the Unusual Outbursts of the Ursid Shower
Science@NASA: A Meteor Surprise
Space.com: Usually Dim Ursids Will Provide Light Show Early Friday
Dutch Meteor Society: Ursids 2000 - Observational results!
Gary W. Kronk: 8P/Tuttle
Christine Kronberg: Ursa Minoris
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